Winteranfang – wann beginnt der Winter?

Der Winter ist die kälteste der vier Jahreszeiten. Er beginnt mit dem Herbstende und hört mit dem Frühlingsanfang auf. Auf der Nordhalbkugel der Erde, auf der auch Deutschland zu finden ist, gelten der Dezember, der Januar und der Februar als die Wintermonate. Auf der südlichen Halbkugel ist es von Juni bis August Winter. Für viele Menschen ist der Winter ein Graus. Gerade die Autofahrer hassen die vereisten Straßen. Und wer täglich acht Stunden zur Arbeit muss und sich anschließend um Haushalt und Kinder kümmern darf, hat auch an der schneebedeckten Natur, zumindest wochentags wenig Freude. Allerdings geht das nicht allen Menschen so. Die meisten Kinder freuen sich riesig aufs erste Schlittenfahren im Jahr. Sie warten sehnsüchtig, dass der See zufriert und sie ihre Schlittschuhe auspacken können. Und auch das Schneemannbauen bereitet jeden Winter neuen Spaß.

Der heimische Garten bereitet im Winter Freude mit seiner heimeligen Beleuchtung. Und wer keinen eigenen Garten besitzt, darf sich beim Spazierengehen an der Festbeleuchtung seiner Mitmenschen erfreuen. Neben dem Weihnachtsfest, das bei den Christen zur Winterszeit in aller Munde ist, hält der Winter in vielen Gegenden noch weitere Bräuche bereit. Auch der Karneval/Fasching wird ausgiebig zelebriert. Es finden Faschingsumzüge statt. Es werden Büttenreden gehalten und natürlich kommt auch das Tanzbeinschwingen in der "närrischen Jahreszeit" nicht zu kurz. Während in Spanien der Karneval mit dem Verbrennen einer symbolischen Sardine endet, ist es in manchen Gegenden Deutschlands üblich, das Winterende mit dem Verbrennen eines Mannes aus Stroh einzuläuten.

Kalendarischer (=astronomischer) Winteranfang

Als kalendarischer Winteranfang wird der Tag bezeichnet, der im Kalender als Beginn des Winters eingetragen ist. In der Regel handelt es sich dabei um den Winteranfang aus astronomischer Sicht. Somit fallen der astronomische Winteranfang und der kalendarische Winterbeginn auf den gleichen Termin. Der astronomische Beginn der kalten Jahreszeit richtet sich nach dem Stand der Erde zur Sonne.

Wenn Sie sich die Seite zum Herbstanfang durchlesen, erfahren Sie, dass die Jahreszeit der Ernte mit einer Tagundnachtgleiche beginnt. Im Laufe des Herbstes werden die Tage dann immer kürzer. Das Spätjahr endet mit der Wintersonnenwende, die gleichzeitig den Termin des Winteranfangs bildet. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne über dem Wendekreis der anderen Erdhälfte. Daher ist es der kürzeste Tag im Jahr. Ab Winterbeginn werden die Tage im Laufe der Jahreszeit immer länger. Das heißt, es bleibt jeden Tag ein bisschen länger hell und die Dunkelheit der Nacht ist täglich etwas kürzer.

Es gibt allerdings auch Kulturen, die den astronomischen Winteranfang nach dem chinesischen Kalender ausrichten. Dann beginnt die vierte Jahreszeit, wenn die Sonne 45 Grad vor dem Punkt der Wintersonnenwende steht. Dadurch fällt der kürzeste Tag genau in die Mitte des Winters und die Sonne übt während des Winters im ostasiatischen Kulturkreis ihre schwächste Strahlung auf die Erdhalbkugel aus.

Der Tag der Wintersonnenwende, der auf der Nordhalbkugel der Erde Termin für den Winteranfang ist, bildet gleichzeitig auf der Südhalbkugel den Sommerbeginn. Denn während zum Beginn der kalten Jahreszeit im Norden, der Tag am kürzesten ist, ist er auf der südlichen Hälfte der Erde am längsten. Der Nordwinter findet daher stets gleichzeitig mit dem Südsommer statt und umgekehrt. Der Nordwinter erstreckt sich über die Monate Dezember, Januar und Februar. Der Südwinter liegt zwischen Juni und August.

Im Norden der Erde variiert der Stichtag zum Winteranfang zwischen dem 21. und dem 22. Dezember. Der Südwinter beginnt entweder am 19., am 20. oder am 21. Juni.

Winteranfang

Meterologischer Winteranfang

Was eine Wettervorhersage ist, weiß jeder, und auch den Begriff Klimaforschung haben die meisten Menschen mindestens schon einmal gehört. Beide Ausdrücke gehören in die Wissenschaft der Meteorologie. Diese empirische Wissenschaft beschäftigt sich mit den diversen physikalischen und chemischen Abläufen in der Atmosphäre. Empirisch bedeutet, dass zuerst Datensammlungen und Datenvergleiche erstellt werden. Anschließend werden die gesammelten Daten ausgewertet und bewertet.

Damit korrekte Vergleiche und Bewertungen erstellt werden können, müssen immer die gleichen Bedingungen gelten. Ein jahreszeitlicher Mittelwert, der für die Statistik wichtig ist, lässt sich beispielsweise nur erstellen, wenn die Anfänge der Jahreszeit jedes Jahr zum gleichen Termin stattfinden. Da dies nach astronomischer Sicht nicht der Fall ist, hat die WMO (= Weltorganisation für Meteorologie) den meteorologischen Beginn des Winters für jedes Jahr auf den 1. Dezember festgelegt.

Somit fängt der Winter nach der meteorologischen Betrachtungsweise am 1. Dezember an und endet am 28. beziehungsweise in Schaltjahren am 29. Februar. Nur durch diese Festlegung lassen sich wissenschaftlich genaue Vergleiche ziehen und korrekte Jahresmittelwerte errechnen. Wer außer der Wettervorhersage nichts mit der Meteorologie zu tun hat, muss jedoch nicht mit dem meteorologischen Winteranfang rechnen.

Phänologischer Winteranfang

Viele Erscheinungen in der Natur kehren regelmäßig wieder. Da sich daraus interessante Schlüsse ziehen lassen und Vergleiche angestellt werden können, werden die periodisch sich wiederholenden Vorgänge festgehalten. Das ist die Aufgabe der Phänologie. Auch im Winter gibt es typische Verhaltensweisen der Tiere und bestimmte Entwicklungsstadien der Pflanzen, die regelmäßig wiederkehren.

Einige Tiere halten beispielsweise Winterschlaf. Die Zugvögel haben schon längst das Land verlassen. Das bunte Herbstlaub der Bäume ist abgefallen und die Felder liegen still. Damit aus den sich periodischen Erscheinungen wissenschaftliche Schlüsse gezogen werden können, müssen stets die gleichen Pflanzen und Tierarten beobachtet werden. Im Winter sind das beispielsweise die Laubbäume und das Wintergetreide.

Natürlich werfen die Bäume ihr Laub nicht überall zum selben Zeitpunkt ab. Wann sie ihre Blätter verlieren, ist auch von der Großwetterlage abhängig und vom Standort. Daher findet der phänologische Winteranfang, je nach Region und Wetter, immer an einem anderen Termin statt. Es lässt sich sogar beobachten, dass der Winterbeginn durchs Land wandert.

Während die Phänologie den Frühling, den Sommer und den Herbst in jeweils drei Jahreszeiten unterteilt (in Vorfrühling, Erstfrühling, Vollfrühling, Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer und Frühherbst, Vollherbst und Spätherbst) gibt es beim Winter diese Aufteilung nicht. Der phänologische Winter dauert circa von Ende November bis Ende Februar.

Übrigens orientieren sich nicht nur die Landwirte an den Aufzeichnungen des phänologischen Kalenders. Auch der Hobbygärtner kann sich nach den Beobachtungen zur Natur richten. Ähnliche Werke wie der phänologische Kalender sind übrigens auch der Mondkalender, der Bauernkalender und der Hundertjährige Kalender. Sie alle geben Aufschluss über Aufzeichnungen, die Bauern, Gärtnern und Forstwirten von Nutzen sein können.

Winteranfang 2018 bis 2027

Wenn Sie die Tage der einzelnen Monate von Januar bis Dezember zusammenzählen, kommen Sie zu dem Ergebnis, dass das Jahr 365 Tage hat. Wer es allerdings etwas genauer nimmt, betrachtet sich nicht nur die Tage, sondern auch die Stunden und Minuten. Dann erstreckt sich ein Jahr über 365 Tage, 5 Stunden und 49 Minuten (aufgerundet). Dieser nicht ganz kleine Unterschied hat zur Folge, dass sich der Beginn des Winters jährlich um ein paar Stunden, Minuten und Sekunden verschiebt. Wobei die Verschiebung sogar so weit gehen kann, dass der Winteranfang von einem Jahr aufs nächste die Datumsgrenze überschreitet. Der Winterbeginn findet daher manchmal am 21. und manchmal am 22. Dezember statt. Um diese Ungenauigkeit in der Zeitrechnung auszugleichen, schieben wir alle vier Jahre ein Schaltjahr ein.

Winteranfang Nordhalbkugel:

  • 2018: 21. Dezember, 23:23 Uhr
  • 2019: 22. Dezember, 05:19 Uhr
  • 2020: 21. Dezember, 11:02 Uhr
  • 2021: 21. Dezember, 16:59 Uhr
  • 2022: 21. Dezember, 22:48 Uhr
  • 2023: 22. Dezember, 04:27 Uhr
  • 2024: 21. Dezember, 10:20 Uhr
  • 2025: 21. Dezember, 16:03 Uhr
  • 2026: 21. Dezember, 21:50 Uhr
  • 2027: 21. Dezember, 03:42 Uhr

Winteranfang Südhalbkugel:

  1. 2018: 21. Juni, 12:07 Uhr
  2. 2019: 21. Juni, 17:54 Uhr
  3. 2020: 20. Juni, 23:43 Uhr
  4. 2021: 21. Juni, 05:32 Uhr
  5. 2022: 21. Juni, 11:14 Uhr
  6. 2023: 21. Juni, 16:58 Uhr
  7. 2024: 20. Juni, 22:51 Uhr
  8. 2025: 21. Juni, 04:42 Uhr
  9. 2026: 21. Juni, 10:24 Uhr
  10. 2027: 21. Juni, 16:11 Uhr

Da im Dezember in vielen Regionen der nördlichen Erdhalbkugel mit der MEZ (= mitteleuropäische Zeit) gerechnet wird, sind die Werte zum Winterbeginn in der mitteleuropäischen Zeit angegeben. Die Daten zum Winteranfang auf der Südhalbkugel der Erde stehen im Pendant, also in der MESZ (mitteleuropäische Sommerzeit). Dies dient jedoch nur zum besseren Verständnis, denn auf der südlichen Halbkugel der Erde wird nicht in der MEZ oder MESZ gerechnet.

Vergleichen Sie die oben stehenden Werte zum Winterbeginn im Norden und im Süden der Erde, mit den Werten zum Sommeranfang auf den beiden Erdhalbkugeln, können Sie erkennen, dass der Beginn des Winters im Norden exakt mit dem Beginn des Sommers im Süden zusammenfällt. Umgekehrt ist das natürlich genauso. Wenn auf der Nordhalbkugel der Erde der Sommer beginn, fängt im Süden der Winter an.