Herbstanfang – wann beginnt der Herbst?

Der Herbst wird in manchen Gegenden Deutschlands auch als Spätjahr bezeichnet, denn er befindet sich in der zweiten Hälfte des Jahres. Als eine der vier Jahreszeiten liegt er zwischen dem warmen Sommer und dem kalten Winter. Als Herbstmonate gelten in unseren Breitengraden der September, der Oktober und der November. Wer kein Sonnenanbeter ist, freut sich nach einem langen, heißen Sommer auf die langersehnte Abkühlung im Herbst. Die Natur verändert ihr Gesicht. Lange, ausgedehnte Herbstspaziergänge in bunten Laubwäldern sind angesagt. Rascheln im Laub, das Sammeln von Kastanien und das Drachen-Steigenlassen bereitet zu dieser Jahreszeit besondere Freude.

Im eigenen Garten herrscht im Herbst besonders reges Treiben, denn es steht die Ernte zahlreicher Früchte an. Und gerade wegen seines reich gedeckten Tisches ist der Herbst in vielen Kulturen so beliebt. Er wird mit zahlreichen Festen gefeiert. Allen voran steht das christliche Erntedankfest, das mancherorts sogar mit Umzügen und Prozessionen begangen wird. Besonders beliebt bei der Jugend ist natürlich Halloween, die "Gruselnacht" vom 31. Oktober auf den ersten November. Die älteren Semester sind eher auf dem Münchner Oktoberfest, dem größten Volksfest der Welt anzutreffen. Es beginnt in der Regel Mitte September und endet Anfang Oktober. Auch Sankt Martin, am 11. November gehört zu den Herbstfesten. Besonders in ländlichen Gegenden ziehen an diesem Tag die Kinder bei Dämmerungsbeginn mit selbst gebastelten Laternen durch die Straße.

Kalendarischer (=astronomischer) Herbstanfang

Da in den meisten Kalendern als Beginn des Herbstes der astronomische Herbstanfang vermerkt ist, fallen astronomischer und kalendarischer Herbstanfang auf den selben Termin. Während der kalendarische Herbstbeginn lediglich den Termin bezeichnet, der im Kalender eingetragen ist, richtet sich der astronomische Herbstanfang nach dem Stand der Erde zur Sonne.

Auf der Seite Sommeranfang können Sie nachlesen, dass die heiße Jahreszeit ihren Beginn mit der Sommersonnenwende, dem längsten Tag im Jahr, nimmt. Im Laufe des Sommers werden die Tage dann immer kürzer und die Nächte immer länger. Und genau an dem Tag, an dem zum zweiten Mal im Jahr die Zeit des hellen Tages genauso lang ist, wie die der dunklen Nacht, beginnt der Herbst. Astronomischer Herbstanfang ist also stets zur zweiten Tagundnachtgleiche im Jahr. Zumindest auf der Nordhalbkugel der Erde ist das so.

Da in den südlichen Breiten der Erde die Jahreszeiten sich genau umgekehrt verhalten, wie im Norden, fällt der Herbstanfang des Nordens mit dem Frühlingsanfang des Südens auf den gleichen Termin und umgekehrt. Es wird vom Nordherbst und vom Südherbst gesprochen. Während auf den Nordherbst die Monate September, Oktober und November entfallen, findet der Südherbst im März, im April und im Mai statt.

Der Stichtag für den Herbstbeginn auf der Nordhalbkugel der Erde ist das Herbst-Äquinoktium, was gleichbedeutend ist mit der Herbst-Tagundnachtgleiche. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne auf dem Himmelsäquator im sogenannten Herbstpunkt. Auf der Südhalbkugel beginnt das Spätjahr, wenn die Sonne den sogenannten Frühlingspunkt (= Widderpunkt) passiert. Dieser Zeitpunkt fällt auf das Primär-Äquinoktium.

Weil ein Jahr genau genommen etwas länger, als 365 Tage dauert, liegt der Herbstanfang im Kalender nicht immer auf dem selben Termin. Der Beginn von Nordherbst kann am 22. oder am 23. September stattfinden. Der Südherbst startet stets zwischen dem 19. und dem 21. März.

Herbstanfang

Meterologischer Herbstanfang

Bei der Meteorologie als empirischer Wissenschaft spielen Datensammlungen und Datenvergleiche eine große Rolle. Sie beschäftigt sich mit chemischen und physikalischen Abläufen in der Atmosphäre. Nach Erfassung und Vergleich der zugehörigen Daten, werden sie ausgewertet und bewertet. Dem Nicht-Meteorologen ist die Meteorologie hauptsächlich durch ihre Erkenntnisse in der Klimaforschung ein Begriff und bezüglich der Wettervorhersagen.

Wie bei jeder Wissenschaft sollen die Bewertungen der einzelnen Vorgänge genau ausfallen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn stets die gleichen Bedingungen gelten. Um beispielsweise korrekte Angaben zu einem jahreszeitlichen Mittelwert zu erhalten, müssten die Anfänge der jeweiligen Saison jährlich auf exakt den gleichen Termin fallen. Aus astronomischer Hinsicht ist dies jedoch nicht der Fall. Denn der astronomische Herbstanfang findet entweder am 22. oder am 23. September statt.

Um in der Meteorologie mit den Jahreszeiten zu arbeiten und Vergleiche anstellen zu können, wurde daher von der Weltorganisation für Meteorologie (= WMO) der Herbstbeginn einheitlich für jedes Jahr auf den 1. September festgelegt.

Das meteorologische Spätjahr erstreckt sich also genau vom 1. September bis zum 30 November. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um ein Schaltjahr handelt oder nicht. Nur durch diese Maßnahme lassen sich wissenschaftlich korrekte Vergleiche zwischen den Jahreszeiten verschiedener Jahre anstellen und exakte Monatsmittelwerte errechnen. Wer außer der Wettervorhersage nichts mit der Meteorologie zu tun hat, muss sich jedoch um den meteorologischen Herbstbeginn nicht kümmern.

Phänologischer Herbstanfang

Der hundertjährige Kalender geht davon aus, dass das Wetter sich alle sieben Jahre wiederholt. Jedes Jahr ist einem Planeten zugeordnet und all diese Planetenjahre beginnen am 21. März und enden am 20. März des Folgejahres.

Um nun Wettervorhersagen mit dem hundertjährigen Kalender zu bestimmen, muss zunächst festgestellt werden, zu welchem Planetenjahr das betreffende Jahr gehört. Dazu gibt es eine einfache Rechenformel: Viele Erscheinungen in der Natur kehren regelmäßig wieder. Weil sich daraus interessante, wissenschaftliche Schlüsse ziehen lassen, werden die sich wiederholenden Vorgänge im phänologischen Kalender eingetragen. Auch der Herbst, beziehungsweise das Verhalten der Tiere und die unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Pflanzen während dieser Jahreszeit, sind natürliche Erscheinungen, die periodisch wiederkehren.

Um aus den regelmäßig wiederkehrenden Vorgängen Schlüsse ziehen zu können, müssen stets die gleichen Pflanzen und Tiere observiert werden. Sogenannte Zeigerpflanzen sind mit ihren Entwicklungsstadien zum entsprechenden Zeitpunkt im phänologischen Kalender festgehalten. Sie dienen auch bezüglich der Jahreszeiten der Orientierung. Als Wildpflanzen werden dazu beispielsweise die Herbstzeitlose und der Löwenzahn beobachtet. Bei den Nutzpflanzen interessieren unter anderem der Raps und die Sonnenblume. Und unter den Zierpflanzen sind die Forsythie und die Zaubernuss von Interesse.

Um zu wissen, dass Blumen nicht am gleichen Tag im Jahr zu blühen beginnen und die Bäume nicht jährlich zum selben Termin ihre Blätter abwerfen, muss sich niemand in Phänologie auskennen. Die verschiedenen Entwicklungsstadien sind selbstverständlich auch von der Höhenlage, auf der sich die Pflanze befindet, und von der Großwetterlage abhängig. Deshalb findet der phänologische Herbstbeginn nicht überall auf der Nord- oder der Südhalbkugel der Erde zum selben Zeitpunkt statt.

Und genau genommen gibt es den phänologischen Herbstanfang auch gar nicht. Denn in der Phänologie, die insgesamt zehn Jahreszeiten kennt, wird der Herbst in drei unterschiedliche Jahreszeiten aufgeteilt. Es gibt den Frühherbst, den Vollherbst und den Spätherbst.

  • Frühherbst: Eine der wenigen Pflanzen, die im Spätjahr zu blühen beginnt, ist die Herbstzeitlose. Daher ist sie ein wichtiger Indikator für den Anfang des Frühherbstes. Gleichzeitig reifen zu dieser Jahreszeit die Haselnuss und der Schwarze Holunder. Die Obstgärtner sind nun vollbeschäftigt, denn es ist Erntezeit für Birnen und Zwetschgen.
  • Vollherbst: Im Vollherbst reifen die Walnuss, die Quitte und auch die Rosskastanie. Der Wilde Wein, die Esche und die Eiche verfärben ihre Blätter. Und viele Obstbäume verlieren schon ihr Laub. Der Landwirt erntet nun Spätkartoffeln, Äpfel und Rüben. Gleichzeitig beginnt er mit der Aussaat des Wintergetreides.
  • Spätherbst: Wenn nun auch die Temperaturen merklich sinken, ist es Spätherbst. Die Wildbäume verlieren nun ebenfalls ihr Laub. Das Wintergetreide geht auf und der Bauer stellt allmählich seine Arbeit auf dem Feld ein.

Übrigens ist es nicht allein die Phänologie, die Kalender zu regelmäßig wiederkehrenden Ereignissen erstellt. Der Hundertjährige Kalender oder auch der Bauernkalender sind ähnliche Werke, an denen sich in erster Linie die Landwirte orientieren. Denn gerade für Bauern und Gärtner ist es wichtig, zu wissen, wann sie ungefähr mit der Aussaat beginnen können und wann geerntet werden kann.

Herbstanfang 2018 bis 2027

Dass ein Jahr 365 Tage hat und das Schaltjahr 366, lernen wir schon in der Grundschule. Diese Angabe ist jedoch nicht ganz korrekt. Denn in Wirklichkeit erstreckt sich der Jahreszyklus über 365 Tage, 5 Stunden und (aufgerundet) 49 Minuten. Aus diesem Grund findet der Herbstbeginn jedes Jahr um eine andere Uhrzeit statt. Diese leichte, zeitliche Verschiebung geht sogar so weit, dass sie die Datumsgrenze überspringt. Daher ist manchmal am 22. und manchmal am 23. September Herbstbeginn. Um diese Ungenauigkeit auszugleichen, findet alle vier Jahre ein Schaltjahr statt.

Herbstbeginn Nordhalbkugel:

  • 2018: 23. September, 03:54 Uhr
  • 2019: 23. September, 09:50 Uhr
  • 2020: 22. September, 15:30 Uhr
  • 2021: 22. September, 21:21 Uhr
  • 2022: 23. September, 03:03 Uhr
  • 2023: 23. September, 08:50 Uhr
  • 2024: 22. September, 14:44 Uhr
  • 2025: 22. September, 20:19 Uhr
  • 2026: 23. September, 02:05 Uhr
  • 2027: 23. September, 08:01 Uhr

Herbstbeginn Südhalbkugel:

  1. 2019, 20. März, 22:58 Uhr
  2. 2020: 20. März, 04:49 Uhr
  3. 2021: 20. März, 10:37 Uhr
  4. 2022: 20. März, 16:33 Uhr
  5. 2023: 20. März, 22:25 Uhr
  6. 2024: 20. März, 04:06 Uhr
  7. 2025: 20. März, 10:01 Uhr
  8. 2026: 20. März, 15:45 Uhr
  9. 2027: 20. März, 21:24 Uhr

Die Werte für den Herbstanfang auf der Nordhalbkugel der Erde beziehen sich auf die Mitteleuropäische Sommerzeit (=MESZ), die im September in Deutschland gültig ist. Beim Herbstanfang auf der Südhalbkugel wurde zum besseren Vergleich die Mitteleuropäische Zeit (=MEZ) angegeben, auch wenn es in dieser Region kein Land gibt, das in der MEZ-Zone liegt.

Wenn Sie die oben stehenden Daten mit den Daten auf der Seite Frühlingsanfang vergleichen, können Sie feststellen, dass der Herbstanfang auf der Nordhalbkugel exakt mit dem Frühlingsbeginn auf der Südhalbkugel zusammenfällt. Und umgekehrt stimmen auch die Zeitpunkte zum Herbstanfang auf der Südhalbkugel der Erde mit den Terminen zum Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel genau überein.