Hundertjähriger Kalender – wie wird das Wetter?

Hunderjähriger Kalender - eine alte Methode zur Vorhersage des Wetters. Was ist der Hundertjährige Kalender eigentlich? Was sind seine Hintergründe, seine Entstehungsgeschichte und welchen Einfluss hat er auf das Wetter? Diesen Fragen sowie den daraus resultierenden Wetterprognosen für 2021 wollen wir uns im Folgenden widmen.

Schon seit jeher faszinieren das Wetter, seine Entstehung und der Einfluss von Sonne, Mond und Sterne den Menschen. Genauso lange versucht der Mensch, das Wetter vorherzusagen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

Hundertjähriger Kalender - wie kam es dazu?

Früher, als es die ganzen modernen Forschungsmethoden noch nicht gab, wurde Wissen mündlich weitergegeben. Überlieferung, Tradition und Erzählungen wurden weitergegeben, so auch das "Wissen" über das Wetter, das gerade für die Landbevölkerung der wichtigste Faktor im Leben war. Diese Methode des Überlieferns war aber gerade im Bereich der Wettervorhersage sehr ungenau.

Im Mittelalter, in den Jahren 1652-1658, beobachtete der Abt Dr. Mauritius Knauer in Langheim in Oberfranken tagtäglich das Wetter. In seinem Zisterzienserkloster ließ er sich ein Observatorium einrichten. Knauer glaubte, dass alle Weltgeschicke im Lauf der Sterne festgelegt und zu erkennen seien.

Damit, so Knauer, beeinflussen Sterne, Monde und Planeten nicht nur den Menschen, sondern auch Wetter und Klima. Den Einfluss des Wetters auf die Ernten erklärte er damit durch seine astronomischen Beobachtungen, die er mit dem Studium der klassischen Schriften kombinierte.

Knauer beschrieb seine Beobachtungen über das Wetter im "Galendarjum Oeconomicum Parcticum Perpetuum".

Hundertjähriger Kalender - was ist das?

Auf der Basis des Werks von Knauer entstand der sogenannte Hundertjährige Kalender. Knauer glaubte, dass seine siebenjährigen exakten Beobachtungen des Wetters ausreichend seien für eine jahrelange Wettervorhersage. Er war der Ansicht, dass sich die Witterungsabläufe entsprechend der Folge der Planeten Mond, Saturn, Jupiter, danach Mars, Sonne, Venus und schließlich Merkur wiederholten.

Christoph von Hellwig aus Thüringen lies schließlich 1704 den ersten Hundertjährigen Kalender drucken. Ursprünglich hatte Knauer seine Planetentafel für die Jahre von 1600-1912 erstellt und berechnet. Von Hellwig aber verkürzte sie auf 100 Jahre, nämlich für den Zeitraum von 1701-1800.

Hundertjähriger Kalender

Wie funktioniert die Wettervorhersage?

Der hundertjährige Kalender geht davon aus, dass das Wetter sich alle sieben Jahre wiederholt. Jedes Jahr ist einem Planeten zugeordnet und all diese Planetenjahre beginnen am 21. März und enden am 20. März des Folgejahres.

Um nun Wettervorhersagen mit dem hundertjährigen Kalender zu bestimmen, muss zunächst festgestellt werden, zu welchem Planetenjahr das betreffende Jahr gehört. Dazu gibt es eine einfache Rechenformel:

Vom betreffenden Jahr (beispielsweise 2012) wird 4 subtrahiert (2008). Dann wird die Zahl durch 7 dividiert (286... Rest 6). Die Restzahl bestimmt das Planetenjahr. Das Jahr 2012 gehört damit zum Planetenjahr Merkur.

100 jähriger Kalender 2021 - wie wird das Wetter?

Das Jahr 2021 ist ein Saturnjahr. Das letzte Saturnjahr war 2014 und das nächste Jahr, das im Zeichen des Saturns steht, wird 2028 sein. Über ein Saturnjahr freut sich jedoch weder der Bauer noch der Sommerurlauber. Denn ein Jahr im Zeichen des Saturns ist immer rau und ungemütlich. So sagt der Hundertjährige Kalender auch für 2021 viel Feuchtigkeit und Kälte voraus. Besonders der Sommer und der Herbst sind durch Regen und unangenehme Temperaturen gekennzeichnet.

  1. Das kalte, trübe Silvester-Wetter aus dem Jahr 2020 hält bis zum 4. Januar 2021 an. Ab Drei-König ist mit Schnee zu rechnen, der bis zum Ende des Monats anhält. Hat der Wind Mitte Januar schon einmal mit viel Kraft gezeigt, was er kann, setzt er im Februar noch einen obendrauf. Bis zur Mitte des Monats bläst der Wind kräftig und rau und weil die Temperaturen leicht steigen, begleitet ihn dabei nicht Schnee, sondern heftiger Regen. Erst zum 20. Und 21. Februar lässt sich die Sonne kurz blicken. Ab dem 24. Februar sorgt sie für einen angenehmen Ausklang des Monats.
  2. Morgens kalt und nachmittags fast schon sommerlich warm, zumindest zum Monatsanfang scheint der März, so gar nicht zu wissen, was er will. Die Abwechslung zwischen Eiseskälte und warmer Luft mit Regenschauern zieht sich bis zum 26. März. Danach wird es wieder richtig kalt und es fällt Schnee. Auch der April verspricht keine Besserung. Auf den eisigen Monatsanfang folgt am 5. April ein warmer Tag, der jedoch sofort wieder von Regen, Wind und Kälte abgelöst wird. Erst ab dem 23. überrascht der April mit schwülwarmem Wetter.
  3. Während die Frühaufsteher Anfang Mai noch frieren müssen, dürfen sich die Langschläfer über angenehme Temperaturen freuen. Nach Gewitter am 4. Mai folgen ein paar unstete Tage. Ab dem 7. Mai jedoch sind wenigstens die Tage herrlich warm und trocken. Erst zum Monatsende zeigt der Saturn wieder seine kühle und regnerische Seite. So beginnt auch der Juni mit Kälte und Regen. Anschließend wechseln sich bis zum Monatsende schönes Wetter und Regen ab. Der Juni endet mit trübem Wetter.
  4. Obwohl auch der Juli am Anfang Trübsal bläst, wird es ab dem 4.7. richtig heiß. Allerdings müssen Sie trotzdem mit heftigen Regenschauern rechnen. Vom 12. bis zum Ende des Monats öffnet der Himmel trotz der großen Hitze, oftmals seine Pforten. Bis auf ein paar wenige Tage zwischendurch ist schließlich der gesamte Monat August vom Regen gezeichnet. Unwetter, Gewitter, Sturm und Regen bestimmen den Saturn-Sommer.
  5. Wer sich wegen des schlechten Sommers nun auf einen goldenen Herbst freut, wird enttäuscht. Der September beginnt windig und mancherorts bereits frostig. Doch ganz lässt sich die Sonne noch nicht vertreiben. Zwischen Regen, Sturm und Kälte scheint sie immer wieder einmal durch und schenkt uns vereinzelte, angenehme Herbsttage. Der Oktober beginnt mit Regen und endet mit Regen, Frost und Nebel. Nur im ersten Drittel spitzt die Sonne für ein paar Tage hervor.
  6. Obwohl der November allgemein als grau und trübsinnig bekannt ist, hat er im Saturnjahr im ersten und im letzten Viertel des Monats ein paar schöne Tage zu bieten. Die restliche Zeit jedoch wechseln sich Kälte, Wind und Regen ab. Und auch wenn das ganze Jahr eher kühl und regnerisch verlaufen ist, gibt es für weiße Weihnachten im Dezember keine Garantie. Auch im letzten Monat des Jahres kommt die Sonne nur selten zum Zug. Regen und Frost geben sich die Hand, sodass Sie für das Saturnjahr ausreichend Kaminholz horten sollten. Am 31. Dezember gibt es Regen.