Hundertjähriger Kalender – wie wird das Wetter?

Hunderjähriger Kalender - eine alte Methode zur Vorhersage des Wetters. Was ist der hundertjährige Kalender eigentlich? Was sind seine Hintergründe, seine Entstehungsgeschichte und welchen Einfluß hat er auf das Wetter? Diesen Fragen sowie den daraus resultierenden Wetterprognosen für 2019 und 2020 wollen wir uns im Folgenden widmen.

Schon seit jeher faszinieren das Wetter, seine Entstehung und der Einfluss von Sonne, Mond und Sterne den Menschen. Genauso lange versucht der Mensch, das Wetter vorherzusagen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

Hundertjähriger Kalender - wie kam es dazu?

Früher, als es die ganzen modernen Forschungsmethoden noch nicht gab, wurde Wissen mündlich weitergegeben. Überlieferung, Tradition und Erzählungen wurden weitergegeben, so auch das "Wissen" über das Wetter, das gerade für die Landbevölkerung der wichtigste Faktor im Leben war. Diese Methode des Überlieferns war aber gerade im Bereich der Wettervorhersage sehr ungenau.

Im Mittelalter, in den Jahren 1652-1658, beobachtete der Abt Dr. Mauritius Knauer in Langheim in Oberfranken tagtäglich das Wetter. In seinem Zisterzienserkloster ließ er sich ein Observatorium einrichten. Knauer glaubte, dass alle Weltgeschicke im Lauf der Sterne festgelegt und zu erkennen seien.

Damit, so Knauer, beeinflussen Sterne, Monde und Planeten nicht nur den Menschen, sondern auch Wetter und Klima. Den Einfluss des Wetters auf die Ernten erklärte er damit durch seine astronomischen Beobachtungen, die er mit dem Studium der klassischen Schriften kombinierte.

Knauer beschrieb seine Beobachtungen über das Wetter im "Galendarjum Oeconomicum Parcticum Perpetuum".

Hundertjähriger Kalender - was ist das?

Auf der Basis des Werks von Knauer entstand der sogenannte Hundertjährige Kalender. Knauer glaubte, dass seine siebenjährigen exakten Beobachtungen des Wetters ausreichend seien für eine jahrelange Wettervorhersage. Er war der Ansicht, dass sich die Witterungsabläufe entsprechend der Folge der Planeten Mond, Saturn, Jupiter, danach Mars, Sonne, Venus und schließlich Merkur wiederholten.

Christoph von Hellwig aus Thüringen lies schließlich 1704 den ersten Hundertjährigen Kalender drucken. Ursprünglich hatte Knauer seine Planetentafel für die Jahre von 1600-1912 erstellt und berechnet. Von Hellwig aber verkürzte sie auf 100 Jahre, nämlich für den Zeitraum von 1701-1800.

Hundertjähriger Kalender

Wie funktioniert die Wettervorhersage?

Der hundertjährige Kalender geht davon aus, dass das Wetter sich alle sieben Jahre wiederholt. Jedes Jahr ist einem Planeten zugeordnet und all diese Planetenjahre beginnen am 21. März und enden am 20. März des Folgejahres.

Um nun Wettervorhersagen mit dem hundertjährigen Kalender zu bestimmen, muss zunächst festgestellt werden, zu welchem Planetenjahr das betreffende Jahr gehört. Dazu gibt es eine einfache Rechenformel:

Vom betreffenden Jahr (beispielsweise 2012) wird 4 subtrahiert (2008). Dann wird die Zahl durch 7 dividiert (286... Rest 6). Die Restzahl bestimmt das Planetenjahr. Das Jahr 2012 gehört damit zum Planetenjahr Merkur.

100 jähriger Kalender 2019 - wie wird das Wetter?

Das Jahr 2019 wird als Merkurjahr bezeichnet. Ein Jahr im Zeichen des Merkur verheißt für den Landwirt nichts Gutes, denn es ist nicht unbedingt fruchtbar. Trockenheit und Kälte bestimmen das Klima. Außerdem ist ein wechselhaftes, unbeständiges Wetter, das oft Überraschungen bereithält, an der Tagesordnung.

  1. Der Januar beginnt mit eisiger Kälte, die sich durch den ganzen Monat zieht. Lediglich die letzten Tage fallen etwas milder aus. Während es am ersten Februar zwar trübe, aber dennoch mild ist, setzt sich der Monat mit Kälte und Wind fort. Zur Mitte muss wieder mit eisiger Kälte gerechnet werden und zum Monatsende fällt Schnee.
  2. Obwohl im März die ersten drei Wochen durch Kälte und unbeständiges Wetter bestimmt sind, scheint gegen Ende noch einmal die Sonne. Allerdings ist die Herrlichkeit nicht von Dauer, denn der letzte des Monats zeigt sich wieder kühl und unbeständig. Im April setzt sich die Kälte bis zur Monatsmitte fort. Junge Pflanzen, die bereits erste Knospen aus der Erde gestreckt haben, sind vom Erfrieren bedroht. Erst ab dem 18. des Monats wird es wärmer, was am Monatsende zu Gewittern führen kann.
  3. Leider glänzt der Wonnemonat Mai durch Unbeständigkeit. Während anfänglich das schöne, warme Wetter die Oberhand behält, folgen auf einen windigen und rauen Tag zwei Wochen Trockenheit und Dürre. Glücklicherweise setzt gegen Ende des Monats Regen ein und macht die Erde fruchtbar. Nach einem herrlichen Junianfang bricht zur Monatsmitte eine Regenperiode an, die erst in der letzten Juniwoche wieder von schönem Wetter abgelöst wird.
  4. Der Juli beginnt mit großer Hitze, die aber nur von kurzer Dauer ist. Schon nach wenigen Tagen kennzeichnet anhaltendes Regenwetter den Sommermonat. Erst ab dem 20. des Monats darf wieder mit schönem Wetter und Sonnenschein gerechnet werden. Auch Anfang August ist die Hitze vorherrschend. Allerdings folgt, wie im Juli, eine längere Regenperiode, die nur durch vereinzelte schöne Tage unterbrochen wird. Zum Monatsende ist es schön und warm.
  5. September, der erste Herbstmonat, verwöhnt mit einem herrlichen Monatsanfang, der allerdings immer wieder durch Regen und Gewitter unterbrochen wird. Die Mitte des Monats wird ebenfalls vom schönen Wetter beherrscht, das aber gegen Septemberende in Starkregen umschlägt. Den goldenen Oktober bestimmt hauptsächlich das Regenwetter. Während zur Monatsmitte hin und wieder ein paar schöne Tage zu verzeichnen sind, endet der Herbstmonat neblig, trüb und kalt.
  6. Der Novemberanfang begeistert mit schönem Wetter. Allerdings kommen recht schnell Wind und Regen auf. Zur Monatsmitte muss mit Frost gerechnet werden und der November endet mit trübem Regenwetter. Der Dezember läutet als erster Wintermonat die kalte Jahreszeit schon zu Beginn mit Schneefall ein. Während es sich zwischendurch ab und zu etwas aufhellt, regnet und unbeständig ist, schließt das Jahr 2019 mit Schneefall und eisiger Kälte.

100 jähriger Kalender 2020 - wie wird das Wetter?

Das Jahr 2020 steht im Zeichen des Mondes. Als Mondjahr verheißt es dem Sonnenanbeter nichts Gutes, denn Mondjahre sind in der Regel eher kalt, als heiß und außerdem sehr feucht. Schon im Herbst ist mit Frost zu rechnen und die Autofahrer sollten die Glatteis-Gefahr nicht unterschätzen! Morgens vereiste Straßen und abends Nebel erfordern besondere Konzentration und Vorsicht.

  • Ging das Jahr 2019 mit bitterer Kälte zu Ende, ändert sich diese Witterung im Januar 2020 nicht. Der ganze Monat verspricht eisig kalt zu werden. Lediglich die letzten beiden Tage des Jänner kehrt Milde ein. Zumindest in den ersten Tagen des Februar setzen sich die linden Temperaturen fort. Allerdings bleibt es trübe und regnerisch. Die Nässe nimmt bis zur Monatsmitte zu und auch die Temperaturen fallen wieder. Nach etwas Schnee folgt große Kälte, die bis zum Monatsende andauert.
  • Auch der März verheißt noch keine Besserung. Neben eisiger Kälte und gelegentlichen Schneefällen, kommt es häufig zu starken Windböen. Regenschauer sorgen für Glatteisgefahr auf den Straßen. Kälte, Wind und Regen halten bis zum Letzten des Monats an und setzen sich im April fort. Während zum Ende des ersten und des zweiten Monatsdrittels jeweils mit ein paar schönen Tagen gerechnet werden darf, enttäuscht auch der April überwiegend mit Kälte, Wind und Regen.
  • Endlich warm! Der Mai erweist zumindest in den ersten Tagen seinem Namen als Wonnemonat alle Ehre. Allerdings ist das sommerliche Wetter noch nicht von Dauer. Es wird wieder kühler und regnerisch. Am 24. Mai muss sogar mit Frost gerechnet werden. Der Monat endet jedoch angenehm warm. Auch wenn der Juni mit Wärme beginnt, ist das Frühlingswetter nicht von Dauer. Schon bald stellen sich Nebel und Regen ein. Ist die erste Juniwoche überstanden, scheint es jedoch zunehmend wärmer zu werden. Das angenehme Wetter setzt sich bis zum Monatsende fort. Dann jedoch wird es wieder regnerisch und kalt.
  • Der Juli beginnt nebelig, unbeständig und kühl. Nach einem großen Platzregen bessert sich jedoch zur Monatsmitte das Wetter und es folgen Sonne, Wärme und sogar Schwüle. Der August zeigt sich unbeständig. Er beginnt mit schönem Wetter, das von Regenschauern und teilweise etwas Frost abgelöst wird. Nach einer sich anschließenden übergroßen Hitze folgen abermals Regentage, die erst zum Monatsende wieder vom warmen Klima aufgelockert werden.
  • Das schöne Wetter der letzten Augusttage setzt sich Anfang September fort. Leider ist die Wärme jedoch nicht von Dauer. Schon bald beginnen die Tage mit Frühreif und zur Mitte des Monats ist mit dem ersten Frost zu rechnen. Trotz weniger angenehmer Tage zwischendurch klingt der neunte Monat des Jahres trüb und regnerisch aus. Im Mondjahr hat der goldene Oktober sein ganzes Gold eingebüßt. Der Herbstmonat startet unbeständig und setzt sich mit Frost, eisiger Kälte viel Regen, Glatteis und Schnee fort.
  • Der November fängt so an, wie der Oktober zu Ende ging: mit Regen. Es wird noch kühler. Morgens muss mit Glatteis gerechnet werden. Während es um den 20. November herum noch einmal etwas mildere Temperaturen gibt, hat zum Ende des Monats der Wintereinbruch definitiv stattgefunden. Anfang Dezember ist daher mit Schnee und Kälte zu rechnen. Es folgen verregnete Wintertage doch mit etwas Glück gibt es weiße Weihnachten. Das Jahr endet sehr kalt und trübe.