Wann sind die Eisheiligen?

Während vor 50 Jahren jedes Kind wusste, wer oder was mit den Eisheiligen gemeint war, sind sie heute in erster Linie den Bauern und den Hobbygärtnern bekannt. Für diese Leute sind die Eisheiligen wichtig, denn sie haben mit dem Wetter zu tun.

Früher war der christliche Glaube viel stärker in das Alltagsgeschehen eingebunden. Daher wurde, um einen Tag zu bestimmen, statt der Datumsangabe der Name seines Heiligen genannt. Jeder wusste: Der 11. Mai war der Gedenktag des Heiligen Mamertus, der 12. Mai war der Tag von Pankratius, der 13. Mai der des Servatius, am 14. Mai wurde der Heilige Bonifatius verehrt und am 15. Mai die Heilige Sofia.

Eisheiligen Wetter

Die Tage zwischen dem 11. und dem 15. Mai wurden und werden heute noch die Eisheiligen genannt. Das liegt nicht daran, dass die Heiligen, die an diesen Tagen verehrt werden, mit Schnee und Eis zu tun hatten. Sondern an einer Wetterbeobachtung, die von Bauern für diesen Zeitraum gemacht wurde.

Weil es früher noch keine Vorhersage für das Wetter gab, mussten sich die Landwirte auf Erfahrungswerte verlassen. Sie beobachteten Wetterveränderungen über Jahre hinweg und leiteten daraus Regeln ab, die erstaunlicherweise heute noch Gültigkeit haben.

  • An den Eisheiligen kam es zu Kälteeinbrüchen in Europa.
  • Kühle Polarluft strömte vom Norden nach Süden und ließ es im Frühling noch einmal gefrieren.

Weil das in vielen Jahren zur gleichen Zeit geschah, erfanden die Landwirte kleine Sprüche, die sie beim Aussäen an den zu erwartenden Frost erinnern sollten. Diese Sprüche werden Bauernregeln genannt.

Bauernregeln Eisheilige

Folgende Bauernregeln sollten im Wonnemonat Mai an das schlechte Wetter ermahnen, das zu den Eisheiligen erwartet wurde.

  1. Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.
  2. Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.
  3. Pflanze nie vor der Kalten Sophie.
  4. Servaz muss vorüber sein, willst vor Nachtfrost sicher sein

Eisheilige

Eisheiligen Datum

Wie erwähnt handelt es sich bei den Eisheiligen um eine Wetter-Erfahrung, die sich auf den Strom kalter Polarluft vom Norden Europas in Richtung Süden bezieht. Aus diesem Grund erreichte die Kälte Norddeutschland eher als Bayern, was erklärt, dass das Datum für diese Wetterbeobachtung in Deutschland nicht einheitlich ist.

Während im Norden Deutschlands unter den Eisheiligen der Mamertus, der Pankratius und der Servatius verstanden wurden, wurden in Süddeutschland die Tage von Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofia als Eisheilige bezeichnet.

  • Das Datum der Eisheiligen liegt also in Norddeutschland zwischen dem 11. und dem 13. Mai.
  • Im Süden Deutschlands kam die Kaltluft später an und deswegen heißen hier die Tage zwischen dem 12. und dem 15. Mai Eisheilige.

Wann sind die Eisheiligen 2017?

Obwohl es viele Berechnungen und weitreichende Wettervorhersagen gibt, orientieren sich Bauern und Hobbygärtner zusätzlich an den alten Bauernregeln. Daher wird sich mancher Wetterbeobachter wundern, dass das Einströmen der Polarluft im Frühjahr normalerweise nicht zu den Eisheiligen stattfindet.

Im Gegenteil, die Tage zwischen dem 11. und dem 15. Mai sind im Norden wie im Süden Deutschlands normalerweise durch warmes Frühlingswetter gekennzeichnet. Dagegen muss zwischen dem 21. und dem 25. Mai mit Nachtfrost gerechnet werden. Das lässt sich aus der Umstellung zum gregorianischen Kalender erklären, weswegen das ursprüngliche Datum der Eisheiligen nicht mehr mit dem jetzigen Datum des Kälteeinbruchs übereinstimmt.

Die Frage: Wann sind die Eisheiligen 2017? muss folgendermaßen beantwortet werden:

  1. Nach den alten Bauernregeln sind die Eisheiligen zwischen dem 11. und dem 15. Mai 2017.
  2. Der Strom kalter Polarluft, auf den sich die Bauernregeln beziehen, findet jedoch meist erst 10 Tage später statt.