Hundertjähriger Kalender – wie wird das Wetter?

Hunderjähriger Kalender - eine alte Methode zur Vorhersage des Wetters. Was ist der hundertjährige Kalender eigentlich? Was sind seine Hintergründe, seine Entstehungsgeschichte und welchen Einfluß hat er auf das Wetter? Diesen Fragen sowie den daraus resultierenden Wetterprognosen für 2017 und 2018 wollen wir uns im Folgenden widmen.

Schon seit jeher faszinieren das Wetter, seine Entstehung und der Einfluss von Sonne, Mond und Sterne den Menschen. Genauso lange versucht der Mensch, das Wetter vorherzusagen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

Hundertjähriger Kalender - wie kam es dazu?

Früher, als es die ganzen modernen Forschungsmethoden noch nicht gab, wurde Wissen mündlich weitergegeben. Überlieferung, Tradition und Erzählungen wurden weitergegeben, so auch das "Wissen" über das Wetter, das gerade für die Landbevölkerung der wichtigste Faktor im Leben war. Diese Methode des Überlieferns war aber gerade im Bereich der Wettervorhersage sehr ungenau.

Im Mittelalter, in den Jahren 1652-1658, beobachtete der Abt Dr. Mauritius Knauer in Langheim in Oberfranken tagtäglich das Wetter. In seinem Zisterzienserkloster ließ er sich ein Observatorium einrichten. Knauer glaubte, dass alle Weltgeschicke im Lauf der Sterne festgelegt und zu erkennen seien.

Damit, so Knauer, beeinflussen Sterne, Monde und Planeten nicht nur den Menschen, sondern auch Wetter und Klima. Den Einfluss des Wetters auf die Ernten erklärte er damit durch seine astronomischen Beobachtungen, die er mit dem Studium der klassischen Schriften kombinierte.

Knauer beschrieb seine Beobachtungen über das Wetter im "Galendarjum Oeconomicum Parcticum Perpetuum".

Hundertjähriger Kalender - was ist das?

Auf der Basis des Werks von Knauer entstand der sogenannte Hundertjährige Kalender. Knauer glaubte, dass seine siebenjährigen exakten Beobachtungen des Wetters ausreichend seien für eine jahrelange Wettervorhersage. Er war der Ansicht, dass sich die Witterungsabläufe entsprechend der Folge der Planeten Mond, Saturn, Jupiter, danach Mars, Sonne, Venus und schließlich Merkur wiederholten.

Christoph von Hellwig aus Thüringen lies schließlich 1704 den ersten Hundertjährigen Kalender drucken. Ursprünglich hatte Knauer seine Planetentafel für die Jahre von 1600-1912 erstellt und berechnet. Von Hellwig aber verkürzte sie auf 100 Jahre, nämlich für den Zeitraum von 1701-1800.

Hundertjähriger Kalender

Wie funktioniert die Wettervorhersage?

Der hundertjährige Kalender geht davon aus, dass das Wetter sich alle sieben Jahre wiederholt. Jedes Jahr ist einem Planeten zugeordnet und all diese Planetenjahre beginnen am 21. März und enden am 20. März des Folgejahres.

Um nun Wettervorhersagen mit dem hundertjährigen Kalender zu bestimmen, muss zunächst festgestellt werden, zu welchem Planetenjahr das betreffende Jahr gehört. Dazu gibt es eine einfache Rechenformel:

Vom betreffenden Jahr (beispielsweise 2012) wird 4 subtrahiert (2008). Dann wird die Zahl durch 7 dividiert (286... Rest 6). Die Restzahl bestimmt das Planetenjahr. Das Jahr 2012 gehört damit zum Planetenjahr Merkur.

100 jähriger Kalender 2017 - wie wird das Wetter?

2017 ist laut dem Hundertjährigen Kalender ein Sonnenjahr. Es fällt oft wenig Regen, was Dürreperioden verursachen kann. Leider ist es aber auch eher mäßig warm, weswegen die Sonnenanbeter trotz des Sonnenjahres nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen werden.

  1. So ist es im Januar kalt. Das Wetter wechselt zwischen Regen und Schnee und es besteht Glatteisgefahr. Der Februar wartet mit Nebel, Regen und trübem Wetter auf. In der Mitte des Monats fällt Schnee und der kürzeste Monat des Jahres verabschiedet sich mit Kälte. Auch im März muss bis zum Ende noch mit Nachtfrost gerechnet werden. Während es bis Mitte März noch schneit, regnet und hagelt, wird es zum Monatsende hin tagsüber jedoch schon wärmer.
  2. April, April, der weiß nicht, was er will! Der Monat wechselt ab zwischen warmen Tagen, trübem Wetter, Regen, Gewitter und Kälte. Auch der Wonnemonat Mai wird 2017 recht abwechslungsreich werden. Während zum Anfang des Monats durchaus schöne, warme Tage zu verzeichnen sind, endet der Monat mit Kühle, Hagel, Regen und sogar Frost.
  3. Im Juni ist ebenfalls noch mit Frost zu rechnen. Während der Frühlingsmonat mit Sonnenschein beginnt, wird anschließend das Wetter unbeständig. Es fällt Regen und auch die Kälte stellt sich nochmals ein. Das wechselhafte Wetter setzt sich bis Mitte Juli fort. Auf schöne, warme Tage folgt wiederum große Kälte. Erst ab Mitte Juli wird sich die Sonne durchsetzen. Es bleibt trocken und heiß. Nun kann es sogar zu einer Dürre kommen.
  4. Die Trockenheit setzt sich bis Anfang August fort. Anschließend folgen jedoch Regen und Gewitter. Gärtner und Hobbygärtner müssen sich leider auf Nachtfrost gefasst machen. Das Ende des Monats ist unbeständig und auf schönes, warmes Wetter folgt wiederum Nässe. Auch der September wird ziemlich verregnet. Das schöne Wetter kann sich nicht durchsetzen, sodass auf ein oder zwei warme Tage stets Regen und Wind folgen. Vereinzelt kann es sogar zu Schneefall kommen.
  5. Der goldene Oktober jedoch beginnt mit herrlichem Herbstwetter. Die Sonne scheint und lockt ins Freie. Leider hält das Gute-Laune-Wetter jedoch nur bis Mitte des Monats an. Dann stellen sich Reif und Frost ein. Es wird unbeständig und in höheren Lagen muss sogar teilweise mit Schneefall gerechnet werden. Der Herbstmonat verabschiedet sich kalt, trübe und nebelig. Dieses Wetter findet auch Anfang November seine Fortsetzung. Regen und große Kälte wechseln sich mit Sonnenschein und fast sommerlichem Wetter ab.
  6. Der Dezember beginnt mit Schnee. Wer sich aber nun auf weiße Weihnachten freut, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Zur Mitte des Monats und zur Weihnachtszeit ist es zwar kalt, aber mit Schnee wird nicht gerechnet. Das Jahr 2017 verabschiedet sich, passend zum Namen, mit Sonne und kühlen Wintertemperaturen.

100 jähriger Kalender 2018 - wie wird das Wetter?

Das Jahr 2018 wird dem Planeten Venus zugeordnet und ist somit ein Venusjahr. Venusjahre gelten als besonders feucht. Selbst im Sommer, der unter dem Einfluss der Venus recht warm ausfallen sollte, ist selten mit großer Trockenheit, sondern eher mit einer unangenehmen Schwüle zu rechnen.

  • Der Januar beginnt mit eisiger Kälte, die vielerorts Schnee mit sich bringt. Erst in der zweiten Hälfte des Monats bahnt sich Regen an und ab dem 22.1. werden auch die Temperaturen etwas milder. Während das erste Drittel des Monats Februar abwechselt zwischen trübem aber schönem Wetter und strenger Kälte, ist anschließend mit Wärme und Regen zu rechnen. Zum Ende des Monats bestimmen Wind und Schnee wieder das Geschehen.
  • Im März setzt sich die winterliche Kälte bis ins zweite Drittel des Monats fort. Anschließend bleibt das Wetter unbeständig und regnerisch. Während die ersten Apriltage da fortfahren, wo der März endete und sich Schnee, Regen und Wind ablösen, erfreuen ab dem 10.4. ein paar schöne Tage die Gemüter. Am 22. April hält der Frost noch einmal Einzug, doch gegen Ende des Monats wird es endlich warm.
  • Im Mai setzt sich das schöne Wetter fort, wird jedoch ab und zu durch Regen und Gewitter unterbrochen. Auch wenn am 25.5. noch mit ein paar kalten Tagen zu rechnen ist, endet der Wonnemonat mit Wärme und Sonnenschein. Der Juni führt fort, was der Mai begonnen hat und verspricht ein warmes und angenehmes Frühlingsende. Erst im letzten Monatsdrittel stellen sich Wind und häufige Gewitter ein.
  • Leider bringt auch der Juli viel Regen und Gewitter. Während in der Mitte des Monats einige warme, angenehme Tage zu erwarten sind, klingt auch der 7. Monat des Jahres mit Gewitter aus. Und der August verspricht ebenfalls keine ungetrübten Badefreuden, denn das Wetter wechselt ständig zwischen Regen und Sonnenschein. Insgesamt beginnt der Monat mit Nässe und auch zum Ende öffnet der Himmel seine Pforten.
  • Der September hingegen startet mit angenehmer Wärme in den Herbst. Leider hält das herrliche Herbstwetter aber nicht allzu lange an. Gegen Mitte des Monats wird es bereits kühl und feucht, sodass die Winzer um den Wein fürchten müssen. An den letzten Septembertagen jedoch schickt die Sonne nochmals ihre Strahlen und sorgt damit gleichzeitig für einen warmen Oktoberbeginn. Bereits ab dem 3.10. ist aber mit Regen, Wind und Wetter zu rechnen. Und das ist noch nicht alles! Nach ein paar weiteren schönen Herbsttagen wird zum Ende des Monats aus dem goldenen Oktober ein weißer Oktober und es stellen sich Frost und Schnee ein.
  • Der November beginnt mit kaltem Wind und Regen, der in der zweiten Hälfte des Monats in Schnee übergeht. Vielerorts lässt sich die weiße Pracht selbst von ein paar schönen Tagen zwischendurch nicht mehr vertreiben und bleibt bis Weihnachten liegen. Das ist nicht schwer, denn auch der Dezember beginnt kalt und feucht. Die Sonne lässt sich selten blicken, da Schnee, Frost, Wind und Regen sich abwechseln. Das Jahr 2018 endet kalt.