Hundertjähriger Kalender – wie wird das Wetter?

Hunderjähriger Kalender - eine alte Methode zur Vorhersage des Wetters. Was ist der hundertjährige Kalender eigentlich? Was sind seine Hintergründe, seine Entstehungsgeschichte und welchen Einfluß hat er auf das Wetter? Diesen Fragen sowie den daraus resultierenden Wetterprognosen für 2018 und 2019 wollen wir uns im Folgenden widmen.

Schon seit jeher faszinieren das Wetter, seine Entstehung und der Einfluss von Sonne, Mond und Sterne den Menschen. Genauso lange versucht der Mensch, das Wetter vorherzusagen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

Hundertjähriger Kalender - wie kam es dazu?

Früher, als es die ganzen modernen Forschungsmethoden noch nicht gab, wurde Wissen mündlich weitergegeben. Überlieferung, Tradition und Erzählungen wurden weitergegeben, so auch das "Wissen" über das Wetter, das gerade für die Landbevölkerung der wichtigste Faktor im Leben war. Diese Methode des Überlieferns war aber gerade im Bereich der Wettervorhersage sehr ungenau.

Im Mittelalter, in den Jahren 1652-1658, beobachtete der Abt Dr. Mauritius Knauer in Langheim in Oberfranken tagtäglich das Wetter. In seinem Zisterzienserkloster ließ er sich ein Observatorium einrichten. Knauer glaubte, dass alle Weltgeschicke im Lauf der Sterne festgelegt und zu erkennen seien.

Damit, so Knauer, beeinflussen Sterne, Monde und Planeten nicht nur den Menschen, sondern auch Wetter und Klima. Den Einfluss des Wetters auf die Ernten erklärte er damit durch seine astronomischen Beobachtungen, die er mit dem Studium der klassischen Schriften kombinierte.

Knauer beschrieb seine Beobachtungen über das Wetter im "Galendarjum Oeconomicum Parcticum Perpetuum".

Hundertjähriger Kalender - was ist das?

Auf der Basis des Werks von Knauer entstand der sogenannte Hundertjährige Kalender. Knauer glaubte, dass seine siebenjährigen exakten Beobachtungen des Wetters ausreichend seien für eine jahrelange Wettervorhersage. Er war der Ansicht, dass sich die Witterungsabläufe entsprechend der Folge der Planeten Mond, Saturn, Jupiter, danach Mars, Sonne, Venus und schließlich Merkur wiederholten.

Christoph von Hellwig aus Thüringen lies schließlich 1704 den ersten Hundertjährigen Kalender drucken. Ursprünglich hatte Knauer seine Planetentafel für die Jahre von 1600-1912 erstellt und berechnet. Von Hellwig aber verkürzte sie auf 100 Jahre, nämlich für den Zeitraum von 1701-1800.

Hundertjähriger Kalender

Wie funktioniert die Wettervorhersage?

Der hundertjährige Kalender geht davon aus, dass das Wetter sich alle sieben Jahre wiederholt. Jedes Jahr ist einem Planeten zugeordnet und all diese Planetenjahre beginnen am 21. März und enden am 20. März des Folgejahres.

Um nun Wettervorhersagen mit dem hundertjährigen Kalender zu bestimmen, muss zunächst festgestellt werden, zu welchem Planetenjahr das betreffende Jahr gehört. Dazu gibt es eine einfache Rechenformel:

Vom betreffenden Jahr (beispielsweise 2012) wird 4 subtrahiert (2008). Dann wird die Zahl durch 7 dividiert (286... Rest 6). Die Restzahl bestimmt das Planetenjahr. Das Jahr 2012 gehört damit zum Planetenjahr Merkur.

100 jähriger Kalender 2018 - wie wird das Wetter?

Das Jahr 2018 wird dem Planeten Venus zugeordnet und ist somit ein Venusjahr. Venusjahre gelten als besonders feucht. Selbst im Sommer, der unter dem Einfluss der Venus recht warm ausfallen sollte, ist selten mit großer Trockenheit, sondern eher mit einer unangenehmen Schwüle zu rechnen.

  1. Der Januar beginnt mit eisiger Kälte, die vielerorts Schnee mit sich bringt. Erst in der zweiten Hälfte des Monats bahnt sich Regen an und ab dem 22.1. werden auch die Temperaturen etwas milder. Während das erste Drittel des Monats Februar abwechselt zwischen trübem aber schönem Wetter und strenger Kälte, ist anschließend mit Wärme und Regen zu rechnen. Zum Ende des Monats bestimmen Wind und Schnee wieder das Geschehen.
  2. Im März setzt sich die winterliche Kälte bis ins zweite Drittel des Monats fort. Anschließend bleibt das Wetter unbeständig und regnerisch. Während die ersten Apriltage da fortfahren, wo der März endete und sich Schnee, Regen und Wind ablösen, erfreuen ab dem 10.4. ein paar schöne Tage die Gemüter. Am 22. April hält der Frost noch einmal Einzug, doch gegen Ende des Monats wird es endlich warm.
  3. Im Mai setzt sich das schöne Wetter fort, wird jedoch ab und zu durch Regen und Gewitter unterbrochen. Auch wenn am 25.5. noch mit ein paar kalten Tagen zu rechnen ist, endet der Wonnemonat mit Wärme und Sonnenschein. Der Juni führt fort, was der Mai begonnen hat und verspricht ein warmes und angenehmes Frühlingsende. Erst im letzten Monatsdrittel stellen sich Wind und häufige Gewitter ein.
  4. Leider bringt auch der Juli viel Regen und Gewitter. Während in der Mitte des Monats einige warme, angenehme Tage zu erwarten sind, klingt auch der 7. Monat des Jahres mit Gewitter aus. Und der August verspricht ebenfalls keine ungetrübten Badefreuden, denn das Wetter wechselt ständig zwischen Regen und Sonnenschein. Insgesamt beginnt der Monat mit Nässe und auch zum Ende öffnet der Himmel seine Pforten.
  5. Der September hingegen startet mit angenehmer Wärme in den Herbst. Leider hält das herrliche Herbstwetter aber nicht allzu lange an. Gegen Mitte des Monats wird es bereits kühl und feucht, sodass die Winzer um den Wein fürchten müssen. An den letzten Septembertagen jedoch schickt die Sonne nochmals ihre Strahlen und sorgt damit gleichzeitig für einen warmen Oktoberbeginn. Bereits ab dem 3.10. ist aber mit Regen, Wind und Wetter zu rechnen. Und das ist noch nicht alles! Nach ein paar weiteren schönen Herbsttagen wird zum Ende des Monats aus dem goldenen Oktober ein weißer Oktober und es stellen sich Frost und Schnee ein.
  6. Der November beginnt mit kaltem Wind und Regen, der in der zweiten Hälfte des Monats in Schnee übergeht. Vielerorts lässt sich die weiße Pracht selbst von ein paar schönen Tagen zwischendurch nicht mehr vertreiben und bleibt bis Weihnachten liegen. Das ist nicht schwer, denn auch der Dezember beginnt kalt und feucht. Die Sonne lässt sich selten blicken, da Schnee, Frost, Wind und Regen sich abwechseln. Das Jahr 2018 endet kalt.

100 jähriger Kalender 2019 - wie wird das Wetter?

Das Jahr 2019 wird als Merkurjahr bezeichnet. Ein Jahr im Zeichen des Merkur verheißt für den Landwirt nichts Gutes, denn es ist nicht unbedingt fruchtbar. Trockenheit und Kälte bestimmen das Klima. Außerdem ist ein wechselhaftes, unbeständiges Wetter, das oft Überraschungen bereithält, an der Tagesordnung.

  • Der Januar beginnt mit eisiger Kälte, die sich durch den ganzen Monat zieht. Lediglich die letzten Tage fallen etwas milder aus. Während es am ersten Februar zwar trübe, aber dennoch mild ist, setzt sich der Monat mit Kälte und Wind fort. Zur Mitte muss wieder mit eisiger Kälte gerechnet werden und zum Monatsende fällt Schnee.
  • Obwohl im März die ersten drei Wochen durch Kälte und unbeständiges Wetter bestimmt sind, scheint gegen Ende noch einmal die Sonne. Allerdings ist die Herrlichkeit nicht von Dauer, denn der letzte des Monats zeigt sich wieder kühl und unbeständig. Im April setzt sich die Kälte bis zur Monatsmitte fort. Junge Pflanzen, die bereits erste Knospen aus der Erde gestreckt haben, sind vom Erfrieren bedroht. Erst ab dem 18. des Monats wird es wärmer, was am Monatsende zu Gewittern führen kann.
  • Leider glänzt der Wonnemonat Mai durch Unbeständigkeit. Während anfänglich das schöne, warme Wetter die Oberhand behält, folgen auf einen windigen und rauen Tag zwei Wochen Trockenheit und Dürre. Glücklicherweise setzt gegen Ende des Monats Regen ein und macht die Erde fruchtbar. Nach einem herrlichen Junianfang bricht zur Monatsmitte eine Regenperiode an, die erst in der letzten Juniwoche wieder von schönem Wetter abgelöst wird.
  • Der Juli beginnt mit großer Hitze, die aber nur von kurzer Dauer ist. Schon nach wenigen Tagen kennzeichnet anhaltendes Regenwetter den Sommermonat. Erst ab dem 20. des Monats darf wieder mit schönem Wetter und Sonnenschein gerechnet werden. Auch Anfang August ist die Hitze vorherrschend. Allerdings folgt, wie im Juli, eine längere Regenperiode, die nur durch vereinzelte schöne Tage unterbrochen wird. Zum Monatsende ist es schön und warm.
  • September, der erste Herbstmonat, verwöhnt mit einem herrlichen Monatsanfang, der allerdings immer wieder durch Regen und Gewitter unterbrochen wird. Die Mitte des Monats wird ebenfalls vom schönen Wetter beherrscht, das aber gegen Septemberende in Starkregen umschlägt. Den goldenen Oktober bestimmt hauptsächlich das Regenwetter. Während zur Monatsmitte hin und wieder ein paar schöne Tage zu verzeichnen sind, endet der Herbstmonat neblig, trüb und kalt.
  • Der Novemberanfang begeistert mit schönem Wetter. Allerdings kommen recht schnell Wind und Regen auf. Zur Monatsmitte muss mit Frost gerechnet werden und der November endet mit trübem Regenwetter. Der Dezember läutet als erster Wintermonat die kalte Jahreszeit schon zu Beginn mit Schneefall ein. Während es sich zwischendurch ab und zu etwas aufhellt, regnet und unbeständig ist, schließt das Jahr 2019 mit Schneefall und eisiger Kälte.