Hundertjähriger Kalender – wie wird das Wetter?

Hunderjähriger Kalender - eine alte Methode zur Vorhersage des Wetters. Was ist der hundertjährige Kalender eigentlich? Was sind seine Hintergründe, seine Entstehungsgeschichte und welchen Einfluß hat er auf das Wetter? Diesen Fragen sowie den daraus resultierenden Wetterprognosen für 2015 und 2016 wollen wir uns im Folgenden widmen.

Schon seit jeher faszinieren das Wetter, seine Entstehung und der Einfluss von Sonne, Mond und Sterne den Menschen. Genauso lange versucht der Mensch, das Wetter vorherzusagen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

Hundertjähriger Kalender - wie kam es dazu?

Früher, als es die ganzen modernen Forschungsmethoden noch nicht gab, wurde Wissen mündlich weitergegeben. Überlieferung, Tradition und Erzählungen wurden weitergegeben, so auch das "Wissen" über das Wetter, das gerade für die Landbevölkerung der wichtigste Faktor im Leben war. Diese Methode des Überlieferns war aber gerade im Bereich der Wettervorhersage sehr ungenau.

Im Mittelalter, in den Jahren 1652-1658, beobachtete der Abt Dr. Mauritius Knauer in Langheim in Oberfranken tagtäglich das Wetter. In seinem Zisterzienserkloster ließ er sich ein Observatorium einrichten. Knauer glaubte, dass alle Weltgeschicke im Lauf der Sterne festgelegt und zu erkennen seien.

Damit, so Knauer, beeinflussen Sterne, Monde und Planeten nicht nur den Menschen, sondern auch Wetter und Klima. Den Einfluss des Wetters auf die Ernten erklärte er damit durch seine astronomischen Beobachtungen, die er mit dem Studium der klassischen Schriften kombinierte.

Knauer beschrieb seine Beobachtungen über das Wetter im "Galendarjum Oeconomicum Parcticum Perpetuum".

Hundertjähriger Kalender - was ist das?

Auf der Basis des Werks von Knauer entstand der sogenannte Hundertjährige Kalender. Knauer glaubte, dass seine siebenjährigen exakten Beobachtungen des Wetters ausreichend seien für eine jahrelange Wettervorhersage. Er war der Ansicht, dass sich die Witterungsabläufe entsprechend der Folge der Planeten Mond, Saturn, Jupiter, danach Mars, Sonne, Venus und schließlich Merkur wiederholten.

Christoph von Hellwig aus Thüringen lies schließlich 1704 den ersten Hundertjährigen Kalender drucken. Ursprünglich hatte Knauer seine Planetentafel für die Jahre von 1600-1912 erstellt und berechnet. Von Hellwig aber verkürzte sie auf 100 Jahre, nämlich für den Zeitraum von 1701-1800.

Hundertjähriger Kalender

Wie funktioniert die Wettervorhersage?

Der hundertjährige Kalender geht davon aus, dass das Wetter sich alle sieben Jahre wiederholt. Jedes Jahr ist einem Planeten zugeordnet und all diese Planetenjahre beginnen am 21. März und enden am 20. März des Folgejahres.

Um nun Wettervorhersagen mit dem hundertjährigen Kalender zu bestimmen, muss zunächst festgestellt werden, zu welchem Planetenjahr das betreffende Jahr gehört. Dazu gibt es eine einfache Rechenformel:

Vom betreffenden Jahr (beispielsweise 2012) wird 4 subtrahiert (2008). Dann wird die Zahl durch 7 dividiert (286... Rest 6). Die Restzahl bestimmt das Planetenjahr. Das Jahr 2012 gehört damit zum Planetenjahr Merkur.

100 jähriger Kalender 2015 - wie wird das Wetter?

Laut Dr. Mauritius Knauer ist das Jahr 2015 ein "Jupiterjahr". Es wird ein warmes aber feuchtes Jahr werden. Weil der strenge Winter lange nachwirkt, werden 2015 die Früchte bis zu drei Wochen später reifen.

  1. Der Januar setzt das bitterkalte Wetter des Dezembers fort. Es fällt viel Schnee, der erst ab Mitte Februar in Regen übergeht. Gegen Ende des 2. Kalendermonats machen sich die ersten Frühlingsgewitter bemerkbar.
  2. Während der März sich von einer unbeständigen und unangenehmen Seite zeigt, ist im April langsam das Frühlingswetter erkennbar. Im März wechseln sich Schnee, Regen und Kälte mit Wind und wenig Sonnenschein ab. Es kommt noch häufig zu Nachtfrost, der über Tage wegtaut. Im Kalendermonat 4 geht der Schnee in Regen über. Es muss mit heftigen Regengüssen und Gewittern gerechnet werden.
  3. Die ersten beiden Wochen im Mai versprechen einen herrlichen Frühling. Sie warten mit Sonnenschein und Wärme auf. Leider kann der Wonnemonat sein Versprechen nicht halten: Pünktlich zu den Eisheiligen schlägt das Wetter um. Am 23. Mai muss mit Nachtfrost gerechnet werden und am letzten Tag im Mai fällt Schnee. Obwohl der Juni mit einem herrlichen Sonnentag beginnt, erweist er sich insgesamt als unbeständig und regnerisch.
  4. Juli und August erfreuen mit vielen warmen und heißen Sonnentagen, die jedoch immer wieder von Regen unterbrochen werden. Für den 14. August hat sich Nachtfrost angekündigt.
  5. Während der September noch schöne Sonnentage bereithält, die nur in der Mitte und zum Ende des Monats von Regen unterbrochen werden, zeigt sich der goldene Oktober von seiner schwärzesten Seite. Die ersten beiden Wochen des Monats werden von Regenwetter bestimmt und am 15.10. fällt der erste Schnee. Erst ab dem 22. Oktober wird es noch einmal wärmer.
  6. Das milde Oktoberende setzt sich bis in die erste Woche im November fort. Anschließend wird es kühler und zunehmend windig. Der Regen geht in Schnee über und Anfang Dezember liegt die Landschaft unter einem weißen Mantel. Die erste grimmige Kälte stellt sich zum 9.12. ein. Zur Mitte des Monats wird es milder, sodass 2015 nicht mit weißen Weihnachten zu rechnen ist. Stattdessen gibt es viel Regen, der erst zum Jahresende in Schnee übergeht.

100 jähriger Kalender 2016 - wie wird das Wetter?

2016 ist nach dem Hundertjährigen Kalender ein Marsjahr. Marsjahre sind generell eher trockene Jahre. Dies macht sich bereits Anfang Januar bemerkbar.

  • In seinen ersten drei Wochen beginnt das neue Jahr mit Kälte und Frost. Erst ab dem 20. Januar wird es 2016 feucht. Es sind Regen und Schnee bis zum Monatsende vorhergesagt. Der Februar wechselt ab zwischen kalten, trüben Tagen und kalten klaren Tagen. Ab und zu fällt ein kalter Regen.
  • Auch für den März ist noch keine Wetterbesserung in Aussicht. Kalte, graue Tage herrschen vor, die erst ab dem letzten Drittel ab und zu von etwas Wärme abgelöst werden. Der April, weiß nicht so recht was er will. Er beginnt die ersten zwei Wochen mit Kälte und Frost. Dann schließen sich fünf wärmere Tage an, die aber bis zum Ende des Monats wieder von einer Kälteperiode abgelöst werden. Der letzte Apriltag sollte jedoch wieder warm werden.
  • Der Mai beginnt mit Gewittern und Kälte und endet auch so. Lediglich am 9. und 10. und vom 21. bis 30. besteht Aussicht auf Wärme und Sonnenschein. Zwar sind die ersten 10 Junitage ebenfalls kalt und frostig, anschließend folgt jedoch ein warmer und angenehmer Monat.
  • Während die ersten 12 Tage im Juli große Hitze vorherrscht, die ab und zu durch Gewitter abgekühlt wird, ist der Rest des Sommermonats kühl, trüb und regnerisch. Obwohl der August morgens mit Nebelschwaden beginnt, macht er mit warmem, schönem Wetter dem Sommer alle Ehre.
  • Auch der September begeistert mit überwiegend schönem Wetter, das erst gegen Ende des Monats von Kälte und Regen abgelöst wird. Der Oktober beginnt und endet so unschön, wie sich der September verabschiedet hat. Lediglich einige wenige warme Sonnentage liegen dazwischen.
  • Auch die ersten 10 Tage im November sind kalt und unschön. Danach herrscht morgendlicher Frost, der aber am Nachmittag häufig durch Sonne abgelöst wird. Der insgesamt kalte und trübe Dezember bringt Regen und Eis. Mit dem ersten Schneefall sollte zwischen dem 11. und dem 18. Dezember gerechnet werden. Danach wird es bis zum Jahresende eisigkalt.